Alles. Für Dich. Für Mich.

Täglich mehrere Projekte gleichzeitig im Auge zu behalten, hat seinen Preis: Mein Gehirn fokusiert leider nur noch rudimentär. So bin ich im Alltag meinem Hier und Jetzt geistig oft voraus. Dummerweise gehen so Informationen verloren. So auch gestern, als meine Geldbörse verschwand…

Okay: Es ist heiß. Aber ich habe Urlaub, und drei Motorräder in der Garage stehen. Sonne – frei – Motorrad. Besser kann es nicht laufen! Also am frühen Nachmittag rauf auf das Zweirad. Vorher wird alles zusammen gesammelt, was der Biker braucht: Jacke, Schuhe, Hose, Handschuhe, Helm, Zündschlüssel, Handy, Geldbeutel, Schlüssel Haustür, etc. Und da es noch zum See geht, ein Handtuch. Ich spare mir Wege. Packe den gesammelten Krempel, und trage alles zum Bike. Streife mir Hose, und Schuhe über, und schmeiße den Rest auf die Sitzbank. Verstaue alles, oder ziehe es an, sitze auf, und mache mich auf den Weg.

Kurz vor meine Ziel am See, plötzlich ein Gedanke: Geldbeutel? Verdammt! DER GELDBEUTEL! Hektisch beginne ich noch auf dem Bike, meine Taschen abzuklopfen. Auch nach dem Stopp am Parkplatz keine Spur von dem Leder-Etui. Auf der unfreiwillig schon angetretenen Heimfahrt überlegt, wo das Ding sein könnte, und nach einem 70km Heimritt die Überlegungen geprüft. Doch der schwarze Geldbehälter bleibt verschollen. Hatte ich das Ding nicht auf der Sitzbank liegen lassen? Verdammt! Mein Multitasking erprobtes Gehirn hat mich wieder einmal in eine saublöde Situation gebracht.

Motorrad-Bekleidung gegen Sommer-Outfit getauscht, und rauf auf das unmotorisierte Fahrrad. Die ersten 10 km der Motorradstecke im Schleichgang geprüft. Ergebnis: Keine Geldbörse! Weder im Straßengraben, noch Mitten auf dem schwarzen Teer. So wie der aktuelle Rheinpegel sank auch meine Stimmung auf einen historischen Tiefstand. Im Geiste malte ich mir bereits aus, was mich das Sperren der Geldkarten, das neu Beschaffen des Führerscheins, des Perso, der Krankenkassenkarte an Geld, und Nerven kosten würde. Frust machte sich breit.
Zuhause angekommen, ein Geistesblitz: Wenn mir die Börse tatsächlich von der Sitzbank gefallen wäre, und ein freundlicher Passant hätte sie gefunden: Wo hätte der/die das Ding gelagert? Bei der Polizei? Oder vielleicht in meinem Briefkasten? Dank den Dokumenten im Geldbeutel, und dem Namen an meinem Briefkasten sollte eine Zuordnung nicht schwierig sein. Zittrige Finger führten den winzigen Schlüssel ins Schloß, und entriegelten den Postbehälter an der Gartentür. Und tatsächlich! Da lag das schwarze Ledermäppchen. Sogar das Bargeld war vollständig enthalten. Leider jedoch kein Zettel mit einem Hinweis auf den ehrlichen Finder, der das gute Stück vermutlich direkt vor meinem Haus auf der Straße gefunden, und in meinen Briefkasten deponiert hat.

WAS BIN ICH FÜR EIN GLÜCKSPILZ!!!

Sollte also mein Held*in das hier lesen: Melde Dich doch bitte bei mir. Ich möchte mich für Deine Ehrlichkeit erkenntlich zeigen. Du hast mir wirklich den Tag, und die darauf folgenden gerettet! Vielen Dank!!!

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