Der Masochismus greift um sich! Ist Euch noch gar nicht aufgefallen? Vielleicht gehört Ihr auch zu dieser Personengruppe, und wißt es einfach nicht. Wikipedia sagt dazu:
Als Masochismus wird eine Persönlichkeitseigenschaft bezeichnet, bei der ein Mensch positive Emotionen daraus zieht, dass man ihm Schmerzen zufügt und/oder ihn demütigt.

Die meisten werden diese Eigenschaft im sexuellen Bereich verorten. In den letzten Jahrzehnten wurde daraus ein gesamt-gesellschaftliches Phänomen, daß vermutlich mit Sex so wenig Berührungspunkte hat Friedrich Merz mit verlässlichen Aussagen.
Bewußt geworden ist mir dieses Verhalten besonders vor den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA. In einer Reportage des ZDF wurde eine Drag-Queen vorgestellt, die vor einer medizinischen Praxis, in welcher Schwangerschafts-Abbrüche durchgeführt werden, Wahlwerbung für Donald Trump machte. Ich war verwirrt. Nicht wegen des Protests gegen Abtreibung. Das Thema wird kontrovers diskutiert, und ich persönlich kann mich in beide Lager einfühlen. Warum jedoch ein schwuler Mann, der als Drag seine Kunst auslebt, gerade den schwulenfeindlichen, erz-konservativen Donald Trump bewirbt, ist mir schleierhaft. Auch die ‚Queers for Palestine‚-Bewegung, ‚Latinos for Trump‚, AfD-Wähler mit Migrationshintergrund, oder Menschen, die der FDP eine besondere Wirtschaftskompetenz herbeireden, rufen bei mir Unverständnis hervor.
Dieses Verhalten ist vergleichbar, als würden Bäume Werbung für den Kettensägenhersteller Stihl machen, oder Mastbullen freiwillig zu Tönnies laufen. Ist das Naivität, oder einfach nur Dummheit?
Aber es geht auch eine Nummer kleiner: Jeder KfZ-Besitzer tendiert zur Selbsterniedrigung. Das offenbart sich, schaut man sich den mobilen Werdegang vieler Autobesitzers an…
Der verantwortungsvolle Bürger arbeitet. Leider findet man einen passenden Job jedoch nicht um die Ecke. Da der Staat Jahrzehnte den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel verschlafen hat, braucht man einen fahrbaren Untersatz.
Also kauft man ein Auto. Neu – Versteht sich. Neben einer pannenfreien Fahrt möchte man ja auch der Wirtschaft etwas Gutes tun. Schließlich hängen viele Arbeitsplätze an der Automobilindustrie.
Kaum angemeldet, zahlt man: Steuer, Versicherungen, Kundendienste, Reparaturen, Sprit. Schönreden ist angesagt, was allerdings leicht fällt. Denn auch hier hilft man der Wirtschaft, stützt Arbeitsplätze im eigenen Land.
Für seinen finanziellen Einsatz bekommt man ‚Dankbarkeit‘ von allen Seiten:
- Für Umweltschützer ist man eine Umweltsau, da man mit dem Wagen die Ökologie des Planeten, und die Zukunft der Kinder zerstört.
- Für Fußgänger, und Radfahrer ist man eine Gefahr, die aus den Städten zu verbannen ist.
- Für die Polizei ist man ein potenzieller Verbrecher, da man durch die verkehrsberuhigte Zone mit 35 km/h gerast ist.
- Für den Automobilhersteller ist man ein Opfer, daß man bei jeder Reperatur, und jedem Garatantiefall finanziell im Regen stehen läßt.
- Für alle anderen ist man eine leicht zu melkende Geldquelle, der man wegen des eingeredeten schlechten Gewissens problemlos das Kapital schmälern kann.
Trotzdem sind wir glücklich, wenn wir unseren wahr gewordenen feuchten Traum bei Freunden und Familie präsentieren können. Freuen uns wie kleine Kinder, und ernten Anerkennung für unsere Bereitschaft, uns von Vielen abhängig gemacht zu haben, und regelmäßig unser Geld für unsere individuelle Mobilität zu verbrennen.
Wenn das kein Masochismus ist?
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