
Eine der größten Veränderungen als privater Computernutzer ist vermutlich der Wechsel des Betriebssystems.
Ich kann mir gut vorstellen, daß es einige User gibt, die nicht wissen, daß Konkurrenten zu Windows existieren – eine Wissenslücke, die man hier auffüllen kann.
Microsoft. Der wohl größte Anbieter von Computersoftware weltweit. Die Firma ist untrennbar mit der Computerbranche verbunden, und hat sich in den Jahrzehnten ein Beinahe-Monopol bei der Betriebssystemen aufgebaut. Fast keiner kommt an der Nutzung ihrer Software vorbei. Viele Softwarehersteller bauen auf dem bekannten Windows-System auf. Dementsprechend brauchen viele Menschen windows schon alleine deswegen, um ihre Rechner mit der von ihnen benötigten Software nutzen zu können. Wir alle haben uns so an diesen Umstand gewöhnt, daß viele gar nicht auf die Idee kämen, ein anderes Betriebssystem als windows auf dem eigenen Rechner zu verwenden. Und daß, obwohl die Verwendung von windows auch eine Menge Nachteile hat – der mangelnde Datenschutz ist dabei nur ein Aspekt. Doch welche Alternativen gibt es?
Schon seit vielen Jahren bin ich ein Freund von Open Source Software, die unter dem Namen Linux zusammengefaßt wird. Grundsätzlich kann man sagen, daß es sich dabei um eine unglaubliche Vielzahl von unterschiedlichen Betriebssystemen für Computer handelt, die jedoch alle auf dem Unix-Betriebssystem aufbauen. Da dieses Computerprogramm quelloffen, also open source ist, haben tausende Programmentwickler für alle möglichen Anwendungsfälle verschiedene Versionen von Linux erschaffen, die sog. Distributionen. Die vermutlich bekannteste, und deswegen auch am weitesten verbreitete Distribution ist vermutlich Ubuntu, die auch ich auf meinem Haupt-Rechner nutze.
Das Betriebssystem ist, so wie fast alle Distributionen, kostenlos, und kann aus dem Internet heruntergeladen, und über ein Speichermedium, wie einem USB-Stick, auf dem Rechner installiert werden.
Linux hat den Ruf, ein Betriebssystem für Computer-Nerds zu sein, für daß spezielle Programmierkenntnisse nötig sind. Im Jahre 2026 kann man das jedoch nicht mehr behaupten. Die Installation ist durch die grafischen Oberflächen auch für einen interessierten Laien problemlos durchführbar. Die Nutzung ist, je nach verwendeter Distribution, für den normalen Alltagsgebrauch simple, und leicht verständlich. Für Umsteiger von windows hat sich in den letzten Jahren Linux Mint als besonders geeignet erwiesen, da die Desktop-Oberfläche der von windows stark ähnelt.
Die größten Hürden für den Umstieg sind vermutlich die Installation von Fremdsoftware, z. B. von Treibern, die Umstellung auf eine neue Benutzeroberfläche mit anderer Funktionalität, und die evtl. Nicht-Nutzbarkeit von benötigter Fremdsoftware auf dem eigenen Rechner.
Gerade aber für die normalen Anwendungen bietet Linux eigene Programme an, die z. T. mehr Funktionen anbieten, als das windows-Pendant (Stichwort: Libre-Office statt MS office).
Ich möchte nicht verschweigen, daß man sich, wie bei der Nutzung von jeder anderen, neuen Software, erst einmal an das andersartige Aussehen, und die neuen Menüs, und Funktionalitäten gewöhnen muß. Glücklicherweise ist man jedoch nicht der Erste, der diesen Schritt wagt, und es gibt dewegen tonnenweise Hilfe und Tutorials für evtl. auftretende Fragen.
Gewinnen wird man durch den Umstieg einiges:
- Einen besseren Datenschutz
- einen besseren Schutz vor Viren
- keine Bloat-, Spy-, oder Schadsoftware
- keine ungefragten Aktualisierungen
- keine Lizenzgebühren
- und, und, und…
Darüber hinaus konnte ich wie beim „entgoogleten“ Smartphone feststellen, daß nach der Umstellung meines Laptop von windows 11 auf Ubuntu 24.04 LTS der Stromverbrauch bedeutend (wirklich!) gesunken ist, und ich somit den Rechner im Akkubetrieb erheblich länger nutzen kann.
Wer also technisch interessiert, und am Computer nicht ein absoluter Anfänger ist, wer keine besondere Software nutzt, dem ist der Umstieg auf Linux mit ruhigen Gewissen zu empfehlen. Es lohnt sich!
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