
Das kenne wir alle: Der Laptop rutscht von der Couch auf den Fliesenboden, man schüttet versehendlicht einen Teil seines Feierabendbiers über die Tastatur seines Rechners, oder versenkt sein Smartphone bei einem Bootsausflug im Urlaub in der Adria. Und nun?
Im schlechtesten Fall ist nicht nur das Endgerät zerstört, sondern die darauf sauber abgelegten Daten sind unwiederbringlich verloren – hat man diese nicht vorher an einem anderen Ort gesichert.
Google bietet jedem Kontobesitzer derzeit 5GB kostenlosen Webspace auf seiner Cloud „Drive“ an. Ein Angebot, welches ich in er Vergangenheit gerne genutzt habe. Richtig eingerichtet wird alles, vom Chatverlauf über Mail, Fotos, den Einstellungen des Smartphones, und weitere Dinge dort gesichert. Einfach & kostenlos. Kostenlos?
Naja, kostenlos stimmt nicht ganz. Es wäre naiv zu glauben, daß ein gewinnorientierter Konzern aus USA einem aus reiner Menschenliebe etwas schenkt. Wenn ich nachfolgend schreibe, daß jeder Nutzer dieses Angebotes diesen Service mit seinen Daten bezahlt, sehe ich Euch vor meinem geistigen Auge bereits mit verdrehten Augen abwinken. Und ja: Ich kann das nachvollziehen. Bisher habe ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht. Denn, was soll den schon Schlimmes passieren? Ist doch eigentlich egal, wenn persönliche Daten von einem Unternehmen gesammelt werden, damit dieses durch personifizierte Werbung Geld verdient, und einem im Gegenzug nur die Dinge angeboten werden, für die man sich interessiert, oder?
Ich selbst hatte bereits das Vergnügen, daß meine persönlichen Daten von einem renommierten Preisvergleichsportal abgefischt worden sind. Selbst Jahre nach diesem Vorfall sind mir unberechtigte Rechnungen, Mahnungen, Artikel aus Onlineshops, und Vergleichbares, zugeschickt worden. Ich mußte meine Mailadresse, und mein Girokonto ändern, habe unzählige Telefonate mit Firmen geführt, um den Sachverhalt zu schildern, und war Stammgast bei der örtlichen Polizei, um dort immer wieder erneut Anzeigen gegen eine unbekannte Person zu erstatten.
Zusammen gefaßt kann ich aus eigener Erfahrungen berichten, daß Datenschutz im Netz wichtig ist! Jeder sollte sich genau überlegen, wo er welche Details von sich im Internet Preis gibt – gerade in der derzeitigen politischen Situation.
Laut meinem Wissen hat die Regierung der USA Dank dem „CLOUD Act“ die Möglichkeit, bei Bedarf gespeicherte, persönliche Daten von US-Unternehmen abzurufen, ganz unabhängig davon, wo sich das Rechenzentrum des Unternehmens befindet. Daher scheint mir ein Backup von persönlichen Daten auf einem europäischen Anbieter eine empfohlene Maßnahme zu sein.
Um mein Vorhaben umzusetzen, und meine Daten in jeder Hinsicht sicher zu schützen, habe ich mich vor einigen Wochen dazu entschieden, einen Webspace bei einem deutschen Hoster zu mieten. Schaut man sich im Internt um, findet man neben den Angeboten bekannter Hoster wie Ionos, oder Strato auch günstigere, und nicht weniger vertrauenswürdigere Anbieter. Ich habe mich nach einiger Suche für ein Angebot der Firma Hetzner entschieden. Dort habe ich nun sage und schreibe 1TB (!) Speicherplatz, der mich derzeit keine 5€ im Monat kostet. Ein ähnliches Paket bietet der Anbieter Wolkesicher für annähernd den gleichen Betrag an. Legt man also einen einstelligen Euro-Betrag monatlich an, bekommt man in der Regel so viel Daten-Platz, daß es für eine Privatperson mehr als ausreichend ist.
Als Extra bieten viele Anbieter eine Web-Oberfläche zur Nutzung der Cloud an, welche die Bedienung sehr einfach gestaltet, und einige Features mitbringt, die man von etablierten Anbietern ála google gewohnt ist. Die Rede ist hierbei von Nextcloud, welches ich auch auf meinem Webspace nutze. Über dieses User-Interface ist nicht nur das Verwalten der eigenen Daten möglich. Von Video-Call, Passwort-Manager, bis hin zur Mail-Anbindung ist einiges möglich, und über einen internen Appstore leicht hinzuzufügen. Eine solche Cloud bietet sich auch ideal an, wenn man einen Verein betreut, oder einen sicheren Datenplatz für die ganze Familie, oder ein Unternehmen braucht.
Ob, und wie man mit seinen Daten umgeht, bleibt auch hier wieder jedem selbst überlassen. Vergleicht man jedoch, was man an Vorteilen gewinnt, so denke ich, daß ein kleiner Geldbetrag im Monat einem diese Sicherheit wert sein sollte.
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